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Landesverband der Machinenringe Niedersachsen e. V.

Stromausfall: „Richtig und schnell reagieren“

Datum: Montag, 27. Februar 2012

Zapfwellengenerator

Gemeinsame Veranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf  und des Maschinenringes Schwandorf e.V.

Ein Stromausfall für einen normalen Haushalt ist lediglich eine Entbehrung, kann aber für einen Milchviehbetrieb schnell zum großen Problem werden, da Melkmaschine und Fütterungscomputer still stehen. Vorsorgemaßnahmen sollten vor allem auch von Schweinebetrieben getroffen werden, da ein Ausfall der Lüftung große Gefahr für die Tiere bedeutet. 

Harald Spiegler von der E.ON Bayern, Netzcenter Schwandorf, informierte die Landwirte am Notfall-Tag im März 2011 über Instandsetzungsleistungen bei Stromausfall nach Hochwasser und Schneebruch im ländlichen Raum. „Je nachdem, ob eine Strom-Ringleitung vorhanden ist oder nicht, können Reparaturarbeiten teilweise sehr rasch durchgeführt werden, sie können aber auch mehrere Stunden beanspruchen.“ Da in Zukunft weiter mit extremen Wetterereignissen zu rechnen sei, werden Stromausfälle nicht zu verhindern sein. Da im vergangenen Winter zum Teil mehrstündige Stromausfälle zu verzeichnen waren, veranstaltete das Milchviehteam den Notfall-Tag in Oberviechtach.

Günter Kolöchter, Mitarbeiter beim Maschinenring Deutschland GmbH, hatte die Lösung dabei, wenn es um die kurzfristige Bewältigung von Stromausfällen auf Bauernhöfen geht. Mit fundiertem Fachwissen erläuterte Günter Kolöchter am Notstromaggregat, das Norbert Dirmeier zur Verfügung gestellt hat, worauf bei der Anschaffung eines Notstromaggregates zu achten ist.

Spannungsschwankungen, ausgehend von unzureichend gesteuerten Notstromaggregaten schaden computergeregelten Geräten, so dass der Schaden oft größer sein kann als der Nutzen. Bei der Wahl des Notstromaggregates für landwirtschaftliche Betriebe sollte auf jeden Fall der Maschinenring zur Rate gezogen werden.

Gute Notstromaggregate sollten automatisch abschalten, wenn es zu Frequenzänderungen oder Spannungsabweichungen über bestimmte Grenzwerte hinaus kommt, damit Stromabnehmer nicht geschädigt werden. Welche Leistung ein Notstromaggregat für landwirtschaftliche Betriebe erbringen muss, ist über eine Schätzung des Leistungsbedarfes der Verbraucher für jeden Betrieb individuell vom Hofelektriker festzulegen. Dabei wird empfohlen, Leistungsreserven einzuplanen, da Laststöße durch hinzu geschaltete Geräte auftreten können. Wichtig ist, dass die Traktorleistung (in PS) mindestens das 2,5-fache der Leistung (in kW) des Generators betragen muss. Für einen 40 kW-Generator ist somit ein 110 PS-Schlepper erforderlich. Bei Einsatz im Hausbetrieb (Anlagenbetrieb) wird der Strom in die Haus- bzw. Hofinstallation eingeleitet. Dafür muss zwischen dem Zähler und dem FI-Schalter ein Umschalter von Netz- auf Ersatzstromversorgung eingebaut sein. Der Einbau dieses Umschalters muss durch einen konzessionierten Elektriker erfolgen. Der Einbau des Umschalters ist dem Netzbetreiber zu melden. Jeder Anschluss eines Notstromaggregates ist dem Netzbetreiber zu melden. Die Anschaffungskosten für zapfwellengetriebene Notstromaggregate liegen je nach Hersteller für Leistungen zwischen 30 und 50 kW in etwa bei 5.500 bis 7.000 Euro.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen der Maschinenring gerne zur Verfügung.

Fest installierte Notstromaggregate (das können auch festinstallierte zapfwellengetriebene Geräte sein)sind im Rahmen einer EIF-Förderung unter bestimmten Bedingungen förderfähig (Auskünfte hierzu erhalten Sie am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf).

Konrad Wagner,

LOR Milchviehteam

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